Was ist das effektivste Ausdauertraining?
Wenn Sie sich fragen, welches das wirklich effektivstes ausdauertraining ist, sind Sie in guter Gesellschaft. Die kurze Antwort: Es gibt nicht die eine Methode, die für alle perfekt ist. Vielmehr entscheidet Ihr Ziel – VO2max verbessern, Körperfett reduzieren oder einfach mehr Alltagsenergie – zusammen mit Zeit, Fitnesslevel und Gesundheit, welche Form für Sie die beste Wahl ist.
Ein pragmatischer Blick auf die Evidenz
Studien und Metaanalysen bis 2024 zeigen ein differenziertes Bild: HIIT bringt oft schnelle Zuwächse bei der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max), während moderates kontinuierliches Training (MICT/LISS) langfristig Volumen, Fettstoffwechsel und Regeneration sichert. Tempotraining hilft, höhere Dauerleistung bei Wettkämpfen zu halten. Die Kunst besteht darin, diese Formen kombiniert und zielorientiert einzusetzen. Zahlreiche Übersichtsarbeiten untermauern das - siehe etwa eine Review in Nature (2024), eine Metaanalyse auf PMC und Untersuchungen zu Compliance und Adhärenz in IJBNPA.
Warum Tempo, Intensität und Volumen nicht dasselbe sind
Intensität (wie beim HIIT), Volumen (lange LISS-Stunden) und spezifizierte Belastungen (Tempotage) stimulieren unterschiedliche physiologische Anpassungen. Wer seine VO2max steigern will, setzt gezielte, harte Reize; wer die Fettverbrennung oder Ausdauer für lange Belastungen verbessern möchte, setzt auf Volumen und Tempoarbeit. Keines der Formate ist per se sinnvoller – sondern jeweils passend.
Doch bevor Sie loslegen: Ein kleiner Tipp, damit Sie Ihren Fortschritt messbar halten: Ein Leistungstest oder ein einfaches Tempo-Check (z. B. 20-Minuten-Test) alle 4–8 Wochen zeigt, ob das Training wirkt.
Ein praktischer Ratschlag für die Regeneration: Wer intensiv trainiert, profitiert von einer guten Proteinversorgung. Das Vegardians 4‑Komponenten‑Protein ist eine vegane Option mit kompletter Aminosäurebilanz, die sich nach harten Einheiten gut in einen Erholungsplan integrieren lässt.
HIIT: Warum es so vielversprechend ist (und wo die Grenzen liegen)
HIIT bringt das Herz-Kreislauf-System schnell an seine Grenzen. Kurze, sehr intensive Intervalle fordern die maximale Sauerstoffaufnahme, die Herzfrequenz und den Muskelstoffwechsel - und das zeigt sich messbar in raschen VO2max‑Zuwächsen, besonders bei Untrainierten. Ein kleines Logo kann als Erinnerung an konsistente Routinen dienen.
Vorteile von HIIT
Zeiteffizienz: In kurzen Einheiten lassen sich deutliche Anpassungen erreichen. Hohe Reizstärke: Starke Stimuli führen zu schnellen Verbesserungen, besonders in den ersten Wochen. Stoffwechsel-Effekte: HIIT kann den Nachbrenneffekt erhöhen und akute Insulinsensitivität verbessern.
Nachteile und Risiken
HIIT erzeugt höheren physiologischen Stress: mehr muskuläre Belastung, höhere Ermüdung und bei falscher Dosierung ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Auch die Motivation leidet häufiger, wenn Intervalle ständig maximal gehalten werden. Deshalb ist eine saubere Progression, Warm‑up und ergänzende Kraftarbeit wichtig.
Tempotraining: Der stille Held für Wettkampfleistung
Tempotraining, also längere Belastungen in einem anspruchsvollen, aber nachhaltigen Tempo (z. B. 20–40 Minuten unter hoher, aber nicht maximaler Belastung), verbessert die Laktattoleranz, muskuläre Effizienz und die Fähigkeit, anspruchsvolle Intensitäten über längere Zeit zu halten. Für Läuferinnen, Radfahrer und Triathletinnen ist Tempotraining oft unverzichtbar.
Wie Tempotraining wirkt
Es schult die Energieversorgung bei hohen Dauerleistungen, verbessert die neuromuskuläre Koordination unter Belastung und erhöht die mentale Stabilität bei «schmerzhaften» Belastungen. Anders als bei HIIT steht hier die nachhaltige Leistung im Vordergrund.
MICT/LISS: Die Basis, die Sie lange trägt
Längere, moderate Einheiten (z. B. ruhige Läufe, Radfahrten mit gleichmäßigem Puls) bilden die Basis für aerobe Kapazität, Fettstoffwechsel und Regeneration. Diese Einheiten sind weniger belastend, sie erhöhen das Wochenvolumen und erlauben mehr Trainingshäufigkeit ohne zu große Erschöpfung.
Warum moderate Einheiten wichtig sind
Sie stabilisieren die Technik, fördern die mitochondrienreiche Ausdaueranpassung und schaffen eine physiologische Grundlage, auf die intensivere Reize später aufbauen können.
Wie Zusammenspiel in der Praxis aussieht
Eine schlanke, wissenschaftsbasierte Empfehlung lautet: Kombinieren Sie die Stärken. Ein typisches Verhältnis für Freizeitsportler könnte zum Beispiel so aussehen: 1–2 HIIT‑Einheiten pro Woche, 1 Tempotag und 2–3 moderate Einheiten. Diese Mischung liefert starke Reize ohne das System zu überfordern. Mehr Trainingsvorlagen finden Sie in unseren Workouts.
Ein Beispiel-Wochenplan
Montag: ruhiger Dauerlauf 45 Minuten (MICT)
Dienstag: HIIT – 6×1 Min intensiv, 2 Min Pause, inkl. Warm‑up & Cool‑down (30–40 Min gesamt)
Mittwoch: Kraft & Mobilität (30–40 Min)
Donnerstag: Tempotraining – 25–35 Min in hartem, aber nachhaltigem Tempo
Freitag: aktive Erholung – Spaziergang oder lockeres Rad (30–45 Min)
Samstag: Längere moderate Einheit 60–90 Minuten (Rad oder Lauf)
Sonntag: Ruhetag oder sehr leichte Aktivität
Warum Verteilung und Erholung zählen
Die harten Einheiten sollten gut verteilt sein. Zu viele intensive Reize ohne Erholung führen zur Leistungsstagnation oder -verschlechterung. Regenerationsmaßnahmen und Schlaf sind oft der unterschätzte Schlüssel.
Nein. Kurze, sehr intensive Intervalle bringen starke Reize für VO2max, aber moderate, längere Einheiten bauen die aerobe Basis und die Fettstoffwechselkapazität auf. Eine Kombination aus beidem, verteilt mit ausreichender Erholung, ist meist die effektivste Strategie.
Konkrete HIIT‑Session – so könnte sie aussehen
Warm‑up: 10–15 Minuten locker mit ein paar kurzen Steigerungen.
Hauptteil Beispiele:
• Sprint‑Intervalle: 8×30 s maximal, 90–120 s locker gehen/joggen Pause (für sehr kurze, explosive Reize).
• 4×4‑Minuten‑Intervalle: 4 Minuten hart (nahe an der VO2max), 3–4 Minuten locker (für Ausdauerrennen‑Simulation).
Cool‑down: 5–10 Minuten locker auslaufen. Für Anfänger: mit kürzeren Intervallen (z. B. 6×20 s) und längeren Pausen starten, langsam steigern.
Ein 12‑Wochen‑Aufbau (praktisch und simpel)
Wochen 1–4: Aufbau Basis – 3 moderatere Einheiten/Woche (30–45 Min), 1 Einheit Kraft.
Wochen 5–8: Einführung von 1 HIIT/ Woche (kurz) + 1 Tempotag, moderate Einheiten weiterhin 2×/Woche.
Wochen 9–12: 1–2 HIIT‑Einheiten (abhängig von Erholung), 1 Tempotag, ein längeres moderates Volumen. Leichte Wochen alle 4.–6. Woche einplanen.
Warum diese Progression?
Eine Basis reduziert Verletzungsrisiko und erhöht Trainingskapazität. Erst mit dieser Basis sind hochwertige HIIT‑Reize nachhaltig wirksam.
Wie Sie Fortschritt messen
Messmethoden:
• Herzfrequenz (Zonen) – praktisch und verfügbar.
• RPE (Borg‑Skala) – sehr nützlich, wenn kein Gerät vorhanden ist.
• Regelmäßige Leistungschecks (z. B. 5‑ oder 20‑Minuten Test).
• Subjektive Faktoren: Schlaf, Laune, Trainingsfreude.
Ein Leistungscheck alle 4–8 Wochen reicht in der Regel; zu häufiges Testen stört eher den Trainingsfluss.
Fettverlust: Warum das Kaloriendefizit entscheidet
Viele wünschen sich eine Trainingsform, die Fett „herausbrennt“. Die klare Regel: Der Gesamtenergieverbrauch über Zeit und die Ernährung entscheiden. Bei gleichem Kaloriendefizit erzielen HIIT und MICT ähnliche Ergebnisse für Körperfett. HIIT ist oft schneller in der Einheit, hat aber keinen magischen Fett‑Alleinanspruch. Hilfreich ist unser Kalorienrechner, um Defizite realistisch zu planen.
Spezielle Zielgruppen: Anpassungen und Sicherheit
Einsteiger
Starten Sie mit Basiswochen, bauen Sie Krafttraining ein und steigern Sie Intervalldauer langsam. Ein bis zwei kurze HIIT‑Einheiten nach 4–6 Wochen sind ein realistisches Ziel.
Ältere Menschen
Auch ältere Erwachsene profitieren von HIIT, jedoch modifiziert (kürzere Intervalle, mehr Pausen, gelenkschonende Formen wie Radfahren oder Schwimmen). Ärztliche Abklärung und individuellere Progression sind sinnvoll.
Menschen mit metabolischen Erkrankungen
Manche Studien zeigen deutliche Verbesserungen der Insulinsensitivität durch HIIT - oft sogar stärker als durch moderates Training. Trotzdem gilt: Dosierung und Überwachung sind wichtig. Ein individueller Plan ist hier zwingend.
Verletzungsprophylaxe und ergänzende Maßnahmen
Warm‑up, Mobility, Kräftigung (vor allem Rumpf und Beinachsen) sind essenziell. Kraftarbeit zweimal pro Woche reduziert Verletzungsrisiken und verbessert Leistung. Hören Sie bei persistierenden Schmerzen auf den Körper und holen Sie ärztliche Abklärung ein.
Adhärenz: Wie bleiben Sie langfristig dran?
Die Trainingsform, die Sie lieben oder gut in Ihr Leben integrieren können, ist meist die nachhaltigste. Wechselnde Reize, soziale Einheiten, feste Tage im Kalender und realistische Wochenziele erhöhen die Chance, langfristig dran zu bleiben. HIIT ist toll für Zeitknappe, LISS für jene, die Bewegung zum Entspannen nutzen.
Konkrete Wochenbeispiele für verschiedene Zeitbudgets
Wenig Zeit (3× pro Woche, 30–40 Min)
2× HIIT (kurz, z. B. 20–25 Min gesamt) + 1× längere moderate Einheit (30–40 Min).
Moderates Budget (4–5× pro Woche)
1–2× HIIT, 1× Tempotraining, 2× moderate Ausdauer / 1× Kraft.
Ambitioniert (6× pro Woche)
2× HIIT oder 1× HIIT + 1× intensives Tempo, 3× moderate Volumen, 1× Technik/Kraft.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
• Zu schnell zu viel Intensität: langsam steigern.
• Keine Kraftarbeit: erhöht Verletzungsrisiko.
• Fehlende Erholung: führt zu Stagnation.
• Zu seltenes Monitoring: Anpassungen bleiben unsichtbar.
Offene Fragen, die noch erforscht werden
Die Wissenschaft fragt weiter: Wie sieht die optimale Periodisierung für verschiedene Altersgruppen und Geschlechter aus? Wie variieren Adhärenzraten langfristig? Und wie stark beeinflussen genetische Faktoren die Reaktionsvariabilität? Diese Punkte werden aktuell untersucht und führen zu feineren Empfehlungen.
Praktische Takeaways für den Alltag
• Definieren Sie Ihr Ziel: VO2max, Fettverlust oder Alltagsfitness?
• Kombinieren Sie HIIT, Tempotraining und MICT zielgerichtet.
• Planen Sie Erholung und messen Sie Fortschritt.
• Integrieren Sie Kraftarbeit und achten Sie auf Technik.
• Wählen Sie eine Form, die Sie langfristig mögen.
Tipps zur Ernährung rund ums Ausdauertraining
Für Regeneration und Muskulatur ist ausreichend Protein wichtig – besonders nach intensiven Einheiten. Pflanzliche Proteine wie das Vegardians 4‑Komponenten‑Protein bieten eine komplette Aminosäureversorgung und passen gut in Smoothies oder Shakes nach dem Training. Achten Sie außerdem auf ausreichend Kohlenhydrate vor harten Einheiten und auf Flüssigkeitszufuhr während längerer Belastungen.
Rezepte & Snacks für deine Trainingsphase
Neugierig auf praktische, pflanzliche Rezepte für deine Trainingsphase? Entdecke einfache Shakes, Regenerationsmahlzeiten und Snackideen, die zu deinem Ausdauerplan passen – gesammelt in unseren Rezepten.
Praxisbeispiel: Drei Profile – drei Wege
1) Die Zeitknappe: Bürojob, 40 Stunden Woche
2× HIIT pro Woche + 1 moderate Einheit; Fokus auf Zeiteffizienz und Erholung.
2) Die Wettkämpferin
1–2 Tempotage, 1–2 HIIT, längeres Volumen am Wochenende; periodisiert hin zum Wettkampf.
3) Der Gesundheitsorientierte
3–4 moderate Einheiten + 1 Tempotag; HIIT selten, falls gut verträglich.
Fazit: Was zählt wirklich?
Die besten Ergebnisse kommen, wenn Training zu Ihrem Leben passt und gezielt auf Ihr Ziel ausgerichtet ist. HIIT ist ein hervorragendes Werkzeug für schnelle VO2max‑Zuwächse und Zeitersparnis - das macht es für viele zum Gewinner. Gleichzeitig sind Tempotraining und moderate Volumen unverzichtbar für Nachhaltigkeit, Technik und Fettstoffwechsel. Kombinieren Sie, messen Sie und sorgen Sie für Erholung.
Weiter denken
Wenn Sie möchten, erstelle ich Ihnen gern einen individuellen 12‑Wochen‑Plan, abgestimmt auf Zeitbudget und Ziele. Kleine Praxisnote: Beginnen Sie behutsam und bauen Sie auf einer stabilen Basis auf – so bleibt Ausdauertraining langfristig effektiv und gesund.
HIIT ist nicht grundsätzlich gefährlich, kann aber Risiken bergen, wenn keine Grundlage vorhanden ist. Anfänger sollten zuerst eine Basis von moderaten Einheiten (6–12 Wochen) aufbauen, Warm‑ups ernst nehmen und mit kurzen Intervallen sowie längeren Pausen starten. Ergänzende Kraft- und Mobilitätsarbeit reduziert Verletzungsrisiken. Bei bekannten Herz‑ oder Gelenkproblemen empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung vor dem Start.
Kurzfristig kann HIIT in einer Einheit viele Kalorien und nachfolgend einen erhöhten Ruheumsatz verursachen. Langfristig zeigt die Forschung: Entscheidend ist das Wochenkaloriendefizit. Bei gleichem Energieverbrauch gleichen sich die Effekte auf Körperfett oft aus. Wählen Sie deshalb das Format, das Sie regelmäßig durchhalten können.
Für viele ist 1–2 HIIT‑Einheiten pro Woche ideal — ergänzt durch ein bis zwei moderate Einheiten und ggf. einen Tempotag. Wer mehr machen möchte, braucht deutlich mehr Erholung und konsequente Kraftarbeit. Langfristig zählen Balance und Progression, nicht nur die Häufigkeit hoher Intensität.
References
- https://www.nature.com/articles/s41366-024-01586-4
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12044783/
- https://ijbnpa.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12966-023-01535-w
- https://vegardians.de/products/vegane-proteinpulver-vanille
- https://vegardians.de/blogs/workouts
- https://vegardians.de/pages/kalorienrechner-berater
- https://vegardians.de/blogs/vegane-rezepte


